Ausnahmezeit

Wie meistert Ihr und eure Familie das?
Bereits seit fast 3 Wochen sind Schulen und Kita geschlossen. Immer mehr Unternehmen und Verwaltungen machen Home-Office.
Hier sind 5 Individuen fast über Nacht nur noch auf einander bezogen. Zumindest im analogen Leben.
Im digitalen Leben hat jede*r noch andere Bezüge. Bezüge zu Mit-Schüler*innen, Lehrer*innen, Arbeit, Kolleg*innen, Verwandten, Freund*innen.
Manchmal „analog“ mit Nachbar*innen über den Gartenzaun.

Hier ist Lagerkoller ist noch ausgeblieben. Zum Glück.

Es ist für alle schwer. Und das dürfen wir Erwachsenen nicht vergessen. Die Ungewissheit, Unplanbarkeit der Zukunft (zumindest der nahen in Monat-Entfernung), die Enttäuschung, dass manche geplanten Dinge nicht stattfinden können, betrifft ganz genau so auch unsere Kinder und Jugendlichen.
Gleichzeitig nehmen Sie von der Ausnahmezeit etwas mit. Sie sehen, wie die Großen in ihrer Umgebung mit dieser Krise umgehen. Wie mit der Furcht oder Ungewissheit, der neu zu strukturierenden Zeit, aber auch den Anforderungen von außen umgegangen werden kann. Abläufe und Strukturen sind schlagartig weg.
Flexibilität ist gefragt.
Wir sind auf dem gleichen Stand wie unsere Kinder und Jugendlichen. Wir haben keinen Wissens-Vorsprung. Nicht wie sonst immer. Es ist wichtig, sie an unseren Gedanken teilhaben lassen.
Familienleben ist neu definiert. Sonst unterbrochen von Phasen, in denen jede*r auch andere Erfahrungsbereiche ohne den Rest der Familie hatte, sitzen wir nun alle aufeinander.
Wahrscheinlich wird viel zu viel Zeit mit Medien verbracht. Aber auch kreativ und neugierig neue Dinge ausprobiert. Und das gilt für alle Generationen.
Es wird sich hier von den Jugendlichen der Tag selbst strukturiert. Manchmal verschiebt sich der Tag. Wahrscheinlich bedürnisstillender als in der normalen Schulzeit. Es werden die bei Moodle zur Verfügung und Bearbeitung stehenden Aufgaben erledigt. Selbständig.
Uns Eltern bleibt, zu vertrauen. Vertrauen, dass die Jugend ihr Pensum nach bestem Wissen erledigt. Zu vertrauen, dass sie selbst die Verantwortung dafür übernehmen und die Konsequenzen tragen werden. Zu vertrauen, dass es gelingt.
Zur Zeit ist es das Vertrauen, das uns alle trägt.
Das Vertrauen, dass alle ihr in dem Augenblick Möglichstes geben. Das Vertrauen der Arbeitgeber, dass im (noch) ungewohten Home-Office tatsächlich gearbeitet wird. Das Vertrauen, dass die Schülerinnen und Schüler ohne in der Schule zu sein, trotzdem „etwas tun“. Das Vertrauen, dass wenn jemand für einen anderen einkaufen geht, er das ganz uneigennützig macht und korrekt abrechnet. Das Vertrauen …
Die Beziehung untereinander in der Familie verändert sich. Es ist viel mehr ein Miteinander als ein Nebeneinander, wie manchmal in „normalen Zeiten“. Alle Familienmitglieder sind achtsamer, nehmen am Alltagsleben mehr Anteil, beteiligen sich daran, dass es „gut“ im Familienleben läuft.
Zum Glück haben wir seit Wochen Sonnenschein. Sonne tanken. Das ist gut für die Seele. Spazierengehen oder sich anders Bewegen in der Natur. Das ist zum Glück auch möglich.
Wir vertrauen darauf, dass es besser wird. Hoffentlich retten wir das Vertrauen zueinander und untereinander und die Gelassenheit Dinge nicht immer ändern zu können in den neuen Alltag rüber.

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