Transition

Langsame Rückkehr in die „Normalität“. Ab Montag gehen mehr Schülerinnen und Schüler wieder in die Schule. Die vierten Klassen und die ab 9. / 10. Klasse starten. Nach denen, die Abschlüsse schreiben werden, die schon letzte Woche gestartet sind. Manche gehen jede zweite Woche zum gewohnten Stundenplan, andere gehen jede Woche, die Lehrer*innen unterrichten gleichzeitig in zwei Räumen nebeneinander. Es gab zahlreiche Mails von den Schulen wegen der Hygiene und Abstandsregelungen. Freistunden werden in bestimmten Räumen verbracht. Sich frei bewegen ist untersagt. Einbahnstraßenregelungen auf den Gängen, Aufenthalt nur in bestimmten Bereichen des Schulhofs.

7 Wochen haben die Schülerinnen und Schüler zu Hause Home-Learning praktiziert. Sie waren selbstverantwortlich für die Aufgaben zuständig. Sie bekamen unterschiedlichste Intensität an Begleitung durch die Fachlehrer*innen. Nun sollen sie wieder „wie immer“ in der Schule „funktionieren“.


Ob in der Schule Zeit eingeplant ist, um die gemachten Erfahrungen der Schüler*innen und Lehrer*innen auszutauschen, in Ver-Bindung zu gehen und von den Ängsten, Sorgen, Problemen und schönen Dingen zu erzählen? Ich hoffe es. Ich vermute aber leider, dass möglichst schnell ob der kurzen verbleibenden Zeit im Schuljahr den Druck im Nacken habend, den Lernstand zu überprüfen, zur quasi normalen Tagesordnung übergegangen wird, bzw. werden muss. Die Chance, voneinander zu lernen, wie mit Krisen umgegangen werden kann, sollte genutzt werden.
Die Älteren könnten auch von den Jüngeren lernen. Gemeinsam könnte drauf geschaut werden, wie der Umgang mit der Krise in vielen unterschiedlichen Familien gehandhabt wurde und gemeinsam gelingen konnte. Durch Reflexion und Diskussion miteinander kann voneinander profitiert werden. Aber… es werden Kursarbeiten geschrieben werden müssen, ohne dass ein Unterschied gemacht wird, ob der Lernstoff Zuhause wegen Zugehörigkeit zur Risikogruppe, oder auch in der Schule erarbeitet wurde. Egal, ob es Unterstützung gab oder es sich selbst erschlossen werden musste. Alleine das Ergebnis zählt. Schade.

Also Rückkehr zur Normalität. Geht das? Wollen wir das?

Es bleibt spannend, wie die Rückkehr zur vermeintlichen Normalität wirklich gelingt.
Machen alle es so, wie es von ihnen erwartet wird, oder wird aufbegehrt? Wird ausgebrochen und eigene Übernahme der eigenen Verantwortung eingefordert? Oder hat sich der Blick auf unserer Schule geändert? Haben sich die Lehrer*innen verändert? Werden manche Dinge anders gesehen als vor dem Beginn von C.?

Wir alle befinden uns in einem Übergang, einer Transition.
Manche deutlich, auch im Übergang von der Kita in die Schule, manche von der Grundschule in die weiterführende Schule, manche von der weiterführenden Schule in Studium/Berufsleben.

Wir alle, im Übergang zur Normalität. Die Kinder und Jugendlichen beobachten genau, wie wir Erwachsenen mit dieser Krise umgehen. Wenn diese Transition/ der Übergang positiv gelingt, gewinnen wir an Kompetenz, Kraft und Resilienz. Die positive Bewältigung der Krise bahnt Handlungsmuster, wie Krisen in Zukunft bewältigt werden können.

Wie erlebt Ihr das?

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